Abstract  

Woher kommt Intelligenz in künstlichen oder natürlichen Systemen? Diese Arbeit zeigt, dass Intelligenz nicht aus der Komplexität biologischer Strukturen oder der Größe künstlicher Modelle entsteht, sondern aus einer arithmetisch notwendigen Architektur der Signalverarbeitung. Ein intelligentes System benötigt lediglich vier Elemente: eine lineare Projektion, eine lineare Rekonstruktion durch die Transponierte, eine Nichtlinearität und eine rekursive Verschaltung. Diese Minimalarchitektur erzeugt zwangsläufig Signalvervollständigung, also die Ergänzung fehlender oder verrauschter Signale. Dadurch entstehen interne Modelle, kategoriale Zustände und ein zyklischer Wechsel zwischen Elementar- und Komplexformen — der dynamische Kern des Denkens. Moderne KI‑Architekturen wie Transformer und State Space Models erweitern diese Struktur lediglich um eine dritte lineare Abbildung zur Mustererkennung, folgen aber demselben Prinzip. Die Theorie erklärt damit gleichermaßen die Funktionsweise natürlicher Gehirne und künstlicher Systeme und zeigt: Intelligenz ist eine unvermeidliche Eigenschaft rekursiver, signalvervollständigender Systeme.

Monografie von Dr. rer. nat. Andreas Heinrich Malczan